Schlankheitswahn

Hat der Schlankheitswahn bald ein Ende?

Wie verändert sich das Ästhetikbewusstsein der Gesellschaft? Hat Twiggy, nach immerhin 50 Jahren, als Schönheitsideal nun ausgedient? Die Aussagen in den Medien zeigen ein geteiltes Bild. Immer häufiger klagen die Stars der Branche über den Zwang zur Diät. – Also doch „Wohlstandsbäuchlein statt Waschbrett“? Ist das überhaupt durchsetzbar?

Gehören Diäten bald der Vergangenheit an?

Immer mehr Stars beklagen den Wunsch der Branche nach einem superschlanken Erscheinungsbild. Diäten machen krank, doch die Film- und Modeindustrie fordern sie von ihren Darstellern. Gerade bei alternden Stars, die um Engagements vermehrt kämpfen müssen, wird die Kritik immer lauter. Eva Habermann (36) ist nur ein Beispiel der vielen Promis, die gegenwärtig ihrem Ärger “Luft” verschaffen. Im Besetzungswettbewerb speckte auch kräftig sie ab.

Folgen der Kritik – die ersten Labels ändern ihre Marketingstrategie. Der Damenmodeanbieter Navabi.de nimmt Abstand von diesem Schlankheitswahn und bietet seinen Kundinnen modernde Designer Damenmode speziell für große Größen an, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Natürlich muss Mode tragbar sein. Sie darf nicht nur mit einer Größe 32 flott aussehen. Wird Mode jedoch abgebildet, sei es in Katalogen oder anderen Medien, gelten andere Maßstäbe. Der Geschmack der Käuferschichten muss bestmöglich getroffen werden.

Rubensdamen auf dem Catwalk – sie bleiben eine Ausnahmeerscheinung

Die Schönheitsideale der Käufer sind seit mehr als 50 Jahren im Twiggy-Style geprägt worden. Weder Appelle noch die Vernunft werden dies so schnell ändern. Models müssen den Schönheitsidealen der Käufer entsprechen. Die Natürlichkeit einer Größe 38 oder auch mehr, die können sich Darsteller im TV leisten. Sie müssen glaubwürdig in die Rolle passen. Einer hageren Schauspielerin, der würde wahrscheinlich kaum die Rolle einer “zünftigen” bayrischen Wirtsdame angeboten. Das Showgeschäft lebt davon, Klischees zu bedienen.

Fotomodelle, auf dem Laufsteg oder vor der Kamera, werden zukünftig extrem schlank bleiben. Diese Tatsache beweist der Blick in die Welt. Selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dem Land des Fastfoods, sind mollige Laufsteg-Amazonen die Ausnahme. Obwohl überdurchschnittlich viele Amerikaner übergewichtig sind, die Rubensdame auf dem Laufsteg, die wollen die wenigsten sehen. Die Mehrheit der Käufer möchte eigene Schönheitsideale verkörpert wissen.

Wie ist die Kritik der Promis zu werten?

Eine Diät ist für niemanden eine angenehme Angelegenheit. Gesundheitlich sind Diäten, gerade für normalgewichtige Menschen, obendrein nicht zuträglich. Trotzdem darf bei der Diskussion die Tatsache nicht verwechselt werden, dass sich Profis beklagen und keine Normalbürger. Es ist ihr Job einem Rollenbild oder Klischee zu entsprechen. Natürlich sind die ausgesendeten Signale aus der Werbung falsch. Gerade junge Mädchen leiden vermehrt.

Doch ohne einen Wandel des Ästhetikbewusstseins der Gesellschaft, von dem gegenwärtig nicht ausgegangen werden kann, bleibt alles beim Alten. Jeder Beruf bringt Vor- und Nachteile mit sich. Selbst Gesundheitsrisiken sind in vielen Berufen die Normalität. Wer sich für die Laufstegarbeit entscheidet, der kennt das Risiko. Trotzdem sollten die Auswirkungen des Schlankheitswahns gesellschaftlich beachtet werden. Gefordert ist dabei weniger die Industrie, es sind die Familien, die ihren Einfluss auf gefährdete Familienmitglieder ausüben müssen.

You may also like...

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.